Thore

Vice President EMC Isilon EMEA

Big Data im Gesundheitswesen – effizienter arbeiten, effektiver behandeln

Auf der Tagesordnung steht sie schon seit vielen Jahren, größere Fortschritte macht sie bisher aber nur selten: die Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt nach wie vor nur vergleichsweise langsam voran. Doch das könnte sich bald ändern – denn der Effizienzdruck in den Versorgungswesen Europas wächst rasant.

So hat etwa die griechische Regierung die Mittel für die staatlichen Krankenhäuser des Landes um rund die Hälfte gekürzt. Der britische „National Health Service“ sparte immerhin noch so viel ein, dass Krankenhäuser Leistungen streichen mussten. Und Frankreich oder Schweden sparen inzwischen immerhin so viel, dass ihre Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheitsversorgung weniger betragen als etwa die Deutschlands oder Norwegens.

Gleichzeitig wächst der Versorgungsbedarf in den Volkswirtschaften: Die Menschen werden immer älter; und mit steigendem Durchschnittsalter wächst die Zahl der chronischen Erkrankungen. Dazu kommt fast überall eine stete Zunahme verschiedener vom Lebensstil mitverursachten Erkrankungen wie Rückenleiden oder psychischen Belastungsstörungen.

Kurz: Die Versorger und ihre Einrichtungen werden zunehmend dazu gezwungen, mit immer weniger Mitteln immer mehr zu erreichen.

Big Data im Krankenhaus: „Weniger einsetzen, mehr erreichen“

Dass die Digitalisierung genau dies ermöglichen kann, ist unumstritten – sogar derart, dass beispielsweise die deutsche Regierung kürzlich dazu überging, die Versorgungseinrichtungen zur Digitalisierung zu verpflichten.

Digitale Verfahren, so die Begründung, würden es Versorgern ermöglichen, weniger Ressourcen einzusetzen und zugleich mehr zu erreichen. Und mit „Verfahren“ meint der Bundesgesundheitsminister vor allem solche zur digitalen Speicherung, Verwertung und Auswertung von Patienten-, Behandlungs- und Materialinformationen. Denn die könnte die Verwaltung und die eigentliche Versorgung schneller als alles andere effizienter machen – Big Data als Schlüssel zur Zukunft der Gesundheitsversorgung.

Bestehende Infrastrukturen beschränken Effektivität und Effizienz

Tatsächlich haben viele Krankenhäuser bereits damit begonnen, Abbildungen zu speichern oder medizinische Daten digital aufzubereiten.  Doch fast alle tun dies innerhalb ihrer eigenen IT-Infrastruktur – und mittels proprietärer Archive, die oft nicht einmal über Abteilungsgrenzen hinweg gemeinsam genutzt werden können.

Das beschränkt nicht nur die Effektivität und Effizienz, sondern erhöht auch den Aufwand in den IT-Organisationen: Der „Daten-Silo“-Ansatz erfordert nämlich dezidierte Image-Repositories, die oft hunderte von Terabyte an Kapazität benötigen. Und deren Betrieb verursacht vergleichsweise hohe Kosten und viel händische Arbeit.

Zeitgemäßere Speicher-Umgebungen beschleunigen Abläufe

Neuere Speicherumgebungen wie „Data Lakes“ könnten beide Schwierigkeiten zugleich ausräumen. Denn erstens ermöglichen diese abstrahierten Speicher das einfache Bereitstellen beliebiger Daten zur gemeinsamen Nutzung. Das würde den Zugriff auf und das Teilen von medizinischen und betrieblichen Daten erheblich beschleunigen. Zweitens vereinfachen Data Lakes den IT-Betrieb erheblich, da sie um ein Vielfaches einfacher zu verwalten und zu schützen sind als eine Vielzahl voneinander unabhängiger Repositories.

Beides würde nicht nur der IT und der Verwaltung, sondern auch der Patientenversorgung zu Gute kommen. Denn bei der entstehen schließlich immer mehr digitale Daten – vom digitalen Röntgenbild über Messdaten aus medizinischen Geräten bis hin zu Datensätzen aus Gesundheits-Apps oder Fitness-Gadgets. Mit Data-Lakes und entsprechenden Infrastrukturen – etwa Big-Data-Appliances mit Flash-Speicher – ließen sich diese Daten nicht nur schnell und einfach speichern, sondern vor allem auch für Anamnesen, Diagnosen oder Therapien nutzen.

Drei Hürden bremsen Big Data

Doch trotz der klaren Belege für die enormen Vorteile von Big Data verharren viele Versorgungseinrichtungen beim Status quo. Und die wenigen, die Veränderungen beginnen, tun dies zögerlich und mit kleinen Schritten – obwohl ein wirklicher Umbruch mit ehrgeizigen Zielen und Meilensteinen vermutlich wirtschaftlicher wäre. Warum eigentlich?

Wer die Praxis kennt weiß, dass gerade im Gesundheitswesen Hürden bestehen, die eine zielführende und schnelle Einführung von Big-Data und anderen IT-Technologien behindern können. Zu diesen gehören:

1.Datenschutz-Bedenken

Derzeit verhandelt man in der Europäischen Union über neue Regeln für den Datenschutz, die auch die Speicherung, Nutzung und den Austausch von personenbezogenen Daten in allen EU-Mitgliedsstaaten betreffen. Dazu gehören auch Regeln über die Weitergabe von Daten mit Dritten. Nach derzeitigem Stand entsprechen die vorliegenden Entwürfe allerdings nicht den ethischen Standards, die im Gesundheitswesen üblich sind – dort setzen medizinische Datenerhebungen immer das explizite Einverständnis der betroffenen Patienten voraus. Die daraus entstehenden Unklarheiten halten viele Versorger und Unternehmen im Gesundheitswesen von Innovationen in diesem Bereich ab.

Zur Überwindung dieser Hürde sind erstens mehr Transparenz und ein geschärftes Datenschutz-Bewusstsein erforderlich (ohne beides ist ein vertrauenswürdiger Umgang mit Daten grundsätzlich nicht zu erreichen). Zweitens sollten Verantwortliche aber auch die Vorteile besser darstellen, die Digitalisierung und gemeinsame Datennutzung für Bürger und Patienten haben: Eine bessere und vor allem sichere Versorgung sowie Kostensenkungen und niedrigere Beiträge im gesamten Gesundheitswesen.

2.Anhaltender „Papierkrieg“

Der Anteil papiergebundener Arbeitsabläufe ist in den meisten Gesundheitswesen unverändert hoch – und das, obwohl wachsende Datenvolumen, neue Regularien und die mit Letzteren verbundenen Rechtsstreitigkeiten diese Art der Informationsverarbeitung beständig verteuern (davon, dass Papierformulare den Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der meisten Menschen zunehmend weniger entsprechen, ganz zu schweigen). Dieser Zustand behindert natürlich die Digitalisierung von Versorgungs- und Verwaltungsabläufen.

Um dies zu verändern, könnten Versorger ihre Informationsbestände zunächst digitalisieren und dann ihre Arbeitsabläufe umstellen, etwa mittels Enterprise-Content-Management-Anwendungen, wie sie in der Wirtschaft längst überall im Einsatz sind. Damit ließen sich dann auch viele Verwaltungsabläufe zumindest teilweise automatisieren. Zwar investieren viele Einrichtungen bereits in derartige Vorhaben – der entsprechende Markt wuchs von 5,8 Milliarden Euro in 2014 auf 6,3 Milliarden Euro in 2015 – , doch der Handlungsbedarf bleibt weiterhin hoch.

3.Fragmentierte Infrastrukturen

Die Digitalisierung erfordert nicht nur digitalisierte Daten, sondern auch eine leistungsfähige, virtualisierte und weitgehend automatisierte IT-Infrastruktur für deren Verarbeitung. Genau die haben viele Versorger derzeit aber noch nicht.

Die meisten Gesundheitsunternehmen können die notwendige Transformation einleiten, indem sie ihre IT-Infrastrukturen mittels Hybrid-Cloud-Technologien ergänzen und Data-Lake-Technologien einführen. Anschließend können sie ganz neue Technologien wie Big-Data- oder All-Flash-Appliances schrittweise und im Zuge von Ersatzinvestitionen beschaffen. Bei guter Planung sollte ein solches Vorgehen nach dem Motto „Vorhandenes erst standardisieren, dann automatisieren – und dann erst in neue Technologien investieren“ in der Mehrzahl der Fälle genügen, um die Digitalisierung voranzubringen.

Gesundheitsorganisationen vertrauen auf EMC Isilon

Ebenso wie Genomics England erkennen auch immer mehr Krankenhäuser die Notwendigkeit, datenbasiert zu arbeiten – zur Verbesserung der Qualität und zugunsten von Kosteneinsparungen. Auch deshalb ist das Gesundheitswesen einer der Bereiche, in dem EMC Isilon am schnellsten wächst.

Wir gehen davon aus, dass dieses Wachstum sich in nächster Zeit noch verstärken wird. Erstens aufgrund der hier aufgezeigten Gründe – und zweitens aufgrund der Tatsache, dass wir mit Isilon und unseren Data-Lake-Technologien wirklich hervorragende Lösungen zur Behebung der drängendsten Digitalisierungs-Schwierigkeiten im Gesundheitswesen beisteuern.

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