Daniel

SDS, SDDC, Dritte Plattform

Was ist das? Wie hängt das zusammen? Wozu benötigt man das und warum jetzt?

Der Ausgangspunkt ist die aktuelle Consumer-IT und somit jeder von uns. Wir nutzen fast selbstverständlich Smartphones und Tablets sowie die damit verbundenen Apps, die heute zu den Public-Cloud-Angeboten gehören. Wie selbstverständlich bewegen wir uns auf Social–Media-Plattformen und nutzen Speicherplatz in der Cloud für Fotos, die wir mit Freuden teilen.

Diese Welt umfasst die sogenannte dritte Plattform. Anbieter, die solche Apps anbieten und betreiben, tun sich leichter mit Datenmengen und Rechenleistung von Millionen von Usern umzugehen, weil ihre Infrastrukturen von Anfang an dafür ausgelegt waren. In Rechenzentren der klassischen Unternehmen stehen aber Infrastrukturen der ersten Plattform (Mainframe) für wenige Hundert Anwender und Infrastrukturen der zweiten Plattform (Client/Server) für mehrere Tausend User. Anwender verstehen nicht, warum sie im privaten Umfeld eine gemeinsame Datenablage in wenigen Minuten bekommen. Im Unternehmen hingegen werden für die gleiche Anforderung Tage, wenn nicht sogar Wochen benötigt. Die Gefahr, dass die Benutzer in die Public Cloud abwandern, ist groß.

Dies stellt eine Herausforderung dar, auf die folgende Antwort möglich ist: IT-Organisationen wie Service Provider sollen sich aufstellen und nach unternehmensinternen Kriterien entscheiden, ob sie eine Anforderung mit eigenen Ressourcen erfüllen oder auf das Angebot eines externe Cloud Service Providers zurückgreifen.

Um die kommende Datenflut wirklich verwalten zu können, muss die Komplexität der Infrastruktur deutlich entzerrt und der Betrieb so gut wie möglich automatisiert werden. Dies gilt für alle Ebenen der Infrastruktur. Server, Netzwerk und Storage müssen abstrahiert und neu in Gruppen organisiert werden. Diese Gruppen effizient zu verwalten, ist der Schlüssel des sogenannten Software-Defined Datacenter (SDDC) und die Basis für die automatisierte Bereitstellung von IT-Ressourcen.

Im Falle von Software-Defined Storage (SDS) bedeutet das nicht nur einen Layer anzubieten, über den die Speicherkapazität transparent und Hersteller-neutral zur Verfügung gestellt wird. Es geht einen Schritt weiter: Einen Layer zur Verfügung zu stellen, in dem zusätzlich sogenannte Data Services verfügbar sind. Bei solchen Services handelt es sich beispielsweise um Object-Store, File-Store oder HDFS. EMC bietet mit dem Release 1.1 von ViPR, der SDS-Lösung der EMC, Object- und HDFS-Support. Damit werden verantwortliche IT-Architekten in die Lage versetzt, Lösungen zu definieren und ihren Kunden innerhalb weniger Minuten beispielweise einen Object-Storage zur Verfügung zu stellen, ohne dafür ein dediziertes Speichersystem beschaffen zu müssen. Das Bereitstellen erfolgt zu 100 Prozent automatisiert und kann aus unterschiedlichen Lösungen von VMware, Microsoft oder anderen Herstellern erfolgen. Ergänzt wird dies durch die EMC SRM Suite, die ein ganzheitliches Monitoring und Reporting für die Infrastruktur bis hin zu einzelnen Applikationen ermöglicht.

Aber auch auf der Applikationsseite muss einiges geändert werden. Um die gigantische Menge an Daten verarbeiten und analysieren zu können, greift man auf In-Memory-Datenbanken und Datenbanken mit Massiv-Parallel-Processing (MPP) Architekturen zurück. In der App-Programmierung wird auf Java Frameworks wie Spring zurückgegriffen – ein bekannter und weit verbreiteter Standard zur Java-Programmierung. Um die webbasierte Skalierbarkeit und Mobilität der Anwendungen sicherzustellen, laufen diese in einem schlanken Run-Time Environment, die in vFabric-Produkten von Pivotal beheimatet sind.

Die letzte Komponente der dritten Plattform ist das End-User Device. Die Möglichkeit, Apps auf diversen mobilen Endgeräten nutzen, selbständig aus einem Enterprise-App-Store-Komponenten laden, private und geschäftliche Bereich auf den mobilen Endgeräten klar voneinander trennen zu können, und auch Anwendungen der zweiten Plattform auf diese Geräte zu bringen, sind Aufgaben, für die es Lösungen gibt.

Abschließend noch zwei Hinweise:

1. In allen Bereichen geht es nicht nur um Performance und Skalierbarkeit, sondern vor allem auch um Sicherheit. Kabellose Datenverbindungen, liegengelassene Endgeräte und zusätzliche Sicherheitsrisiken müssen diskutiert und gelöst werden.

2. Bei all dem Hype um die dritte Plattform müssen die zweite und zum Teil auch die erste Plattform existieren und weiterhin betrieben wenden.