Daniel

Market Share der IT Teil 2

In meinem letzten Beitrag ist die Frage offen geblieben, welche Voraussetzungen vorhanden sein müssen, damit ein CIO innerhalb seines Unternehmens schnell auf die Anforderungen der Fachbereiche reagieren kann. Zu aller Erst benötigt er natürlich eine agile Infrastruktur auf dessen Basis er schnell Lösungen implementieren lassen kann bzw. in  die er Lösungen aus der Public Cloud einbinden kann. Mehr möchte ich dazu heute nicht schreiben, denn nächste Woche wird EMC auf der diesjährigen EMC World  in Las Vegas ein bedeutendes Announcement in diesem Bereich machen.

Die andere Voraussetzungen betreffen die Organisation. Es geht um neue oder geänderte Rollen, Aufgaben und Profile.

  • Um im Wettbewerb mit externen Anbietern erfolgreich bestehen zu können, wird die IT Organisation ein eigenes Marketing haben. Werbung für das zu machen was die IT anbieten kann wird genauso eine Aufgabe sein wie den Bedarf für neue Angebote zu ermitteln und die Kundenzufriedenheit festzustellen.
  • Dazu kommt ein Vertrieb der sehr eng mit dem Kunden, dh dem Fachbereich zusammenarbeitet. Das Vertriebsteam hat die Aufgabe alle fachlichen und kommerziellen Anforderungen des Fachbereiches aufnehmen und ein wettbewerbsfähiges Angebot erstellen. Ob zum Vertrieb auch über dedizierter PreSales Kapazitäten verfügt, ist eine Ermessenssache. Wichtig ist, daß im Vertrieb sowohl die Kompetenz für die Belange des Kunden als auch die Kompetenz für die fachliche und technische Lösbarkeit vorhanden sind.
  • Für die kommerziellen Belange gibt es im Hintergrund eine eigene IT interne Finanzabteilung. Hier werden sowohl die Angebote kommerziell überprüft, als auch ein ständiges Benchmarking  ob die angebotenen Services noch marktgerecht und lukrativ sind betrieben. Natürlich wird auch laufend geprüft welche Services besser zugekauft werden können. Auch mit der Erstellung alternativer kommerzieller Angebotsmodelle beschäftigt sich dieser Bereich.
  • Damit auch neue Technologien erfolgreich in das Angebotsportfolio eingebunden werden können, ist eine eigene Forschung denkbar. Gemeinsam mit der Entwicklung, die die angebotenen Services baut bzw. spezifisch anpasst, wird das Lösungsportfolio der IT definiert und laufend angepasst.
  • Bleibt natürlich noch der Betrieb, der klassische Bereich der für die störungsfreie Verfügbarkeit der Services zuständig ist und der die Kosten  verursachungsgerecht zusammenstellen kann.

Natürlich stellt sich die Frage: Gibt es Lösungen die der Fachbereich von der IT nehmen muss und wenn ja welche? Diese Frage lässt sich, so denke ich,  auf einige wenige Kernfragen reduzieren:

1)      Betrifft die Lösung einen Business kritischen Prozess?

2)      Wie sensible sind die Daten die in der Lösung bearbeitet werden?

3)      Gehört der Lösungsbereich zur Kernkompetenz der IT?

4)      Gibt es Compliance Regeln die auf die Entscheidung Einfluss nehmen?

Wie würde die Struktur einer solchen Organisation aussehen? Gäbe es wie heute Abteilungen bzw. Teams für jeden horizontalen Layer der Infrastruktur, dh ein Team für Anwendungen und eines für die Middleware, ein Server Team, ein Netzwerk Team und ein Storage Team? Wahrscheinlich nicht! Man wird sicherlich für jeden Layer noch einige Spezialisten brauchen, aber man wird Teams und Mitarbeiter brauchen die die jeweiligen Lösungen über alle Layer hinweg betreuen.

Das geht nicht von heute auf morgen, aber ich bin mir sicher, daß es geht und daß diese Transformation für die IT Mitarbeiter eine Weiterentwicklung bedeutet und interessantere und verantwortungsvollere Aufgaben nach sich zieht.