Helena

Director Marketing, EMC Deutschland

Digitale Transformation – Chance für deutsche Unternehmen

Digitale Informationen spielen eine immer größere Rolle im Geschäftsleben. Manager und Angestellte treffen Entscheidungen auf Basis von Ergebnissen, die auf der Auswertung riesiger Datenmengen beruhen. Doch nicht nur in der Arbeitswelt weitet sich die Bedeutung von „Big Data“ stark aus. Pioniere wie Facebook, Apple, Amazon und Twitter haben unser Leben auch als Privatpersonen fundamental verändert. Das zeigen die Ergebnisse einer EMC-Studie über die Information Generation.

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Ansprüche der digital vernetzten Bürger

Die weltweit vernetzten Bürger der Information Generation sind stets online, im Austausch miteinander und haben jederzeit und an jedem Ort Zugriff auf alle Informationen, die sie benötigen. Für Unternehmen aus allen Branchen bedeutet das, dass sie ihre Geschäftsmodelle verändern müssen, um vor dem Hintergrund dieser veränderten Ansprüche relevant zu bleiben. Im Rahmen der Studie haben 3.600 Wirtschaftsführer aus aller Welt fünf Erfolgskriterien identifiziert, die zukünftig über Erfolg oder Misserfolg im Business entscheiden:

  1. Vorausschauendes Erkennen neuer Umsatzpotenziale durch digitale Geschäftsideen
  2. Durch Transparenz das Vertrauen der Kunden und Partner sichern
  3. Innovationen durch Agilität fördern
  4. Personalisierung von Produkten und Dienstleistungen
  5. Handeln in Echtzeit, das heißt ständige Erreichbarkeit und kurze Reaktionszeiten

Uns interessiert natürlich vor allem die Frage: Wo stehen die deutschen Unternehmen hinsichtlich dieser Kriterien?

Transparenz und Vertrauen sind die Grundlage für Geschäftsbeziehungen
Trust_In_GermanyDerzeit ist es für zwei Drittel der deutschen Befragten die Top-Priorität, das Vertrauen der Kunden durch Transparenz zu fördern. In keinem anderen Land haben Führungskräfte dieses Kriterium als so wichtig eingestuft. Das spiegelt sich auch in der Meinung zur aktuellen Lage in ihrem Unternehmen wider: 40 Prozent der deutschen Top-Manager schätzen, dass ihr Unternehmen über alle Abteilungen hinweg transparent und vertrauensvoll agiert; mehr als die Hälfte glaubt, dass das zumindest teilweise der Fall ist. Aber es gibt ein Spannungsverhältnis zwischen dem „ob“ und dem „wie gut“: Lediglich 17 Prozent glauben, dass sie dieses Erfolgskriterium aktuell sehr gut erfüllen. Es gibt also einen Handlungsbedarf. Immerhin 62 Prozent haben den Eindruck, dass sie in den vergangenen fünf bis zehn Jahren darin Fortschritte gemacht haben.

Demonstrating_Transparency

Gut aufgestellt sehen die deutschen Geschäftsführer ihre Unternehmen auch bei der vorausschauenden Identifikation neuer Umsatzpotenziale und der Innovationsförderung durch agile Prozesse. Während weltweit im Durchschnitt rund ein Drittel der Unternehmen über die gesamte Organisation hinweg aktiv nach neuen Geschäftschancen sucht, liegt der Wert in Deutschland bei 45 Prozent; genauso viele suchen zumindest in Teilbereichen. Die hiesige Wirtschaft hat also die Bedeutung von Datenanalysen für ihr Geschäft erkannt und handelt auch entsprechend. Auch bei der Frage nach der Agilität sehen sich die deutschen Top-Manager auf einem guten Weg: 31 Prozent fördern Innovationen durch agile Strukturen bereits unternehmensweit, weitere 59 Prozent zumindest in Teilbereichen. Damit liegt Deutschland deutlich über dem internationalen Mittelwert.

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Individuelle Nutzererfahrungen noch nicht im Fokus

Nachholbedarf gibt es bei der Personalisierung: Weniger als ein Viertel der deutschen CEOs sehen ihre Unternehmen derzeit in der Lage, Produkte und Dienstleistungen individuell bereitzustellen. 20 Prozent sind dazu noch gar nicht in der Lage. Weltweit betrachtet ist das unterdurchschnittlich.

Personalized_Experiences

Auch beim organisationsweiten Handeln in Echtzeit sehen deutsche Unternehmen noch deutlichen Verbesserungsbedarf: Knapp ein Fünftel ist dazu schon in der Lage, das ist wenig im internationalen Vergleich. Aber 61 Prozent schaffen es zumindest teilweise. Rund zwanzig Prozent glauben, dass ihr Unternehmen schon extrem gut in Echtzeit arbeitet, doch genauso viele geben an, dass ihr Unternehmen damit noch gar nicht angefangen hat. Die Hälfte der befragten deutschen CEOs gibt an, dass Ihnen, um in Echtzeit zu handeln, meist eine solide Datengrundlage fehle; nur 22 Prozent operieren kontinuierlich auf einer soliden Datenbasis.

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Deutschland ist gut gerüstet – zum Teil

Deutscher_Mittelstand

Die Studie zeigt, dass deutsche Unternehmen vor allem daran arbeiten, transparent und vertrauensvoll zu agieren. Das ist sicher in Zusammenhang mit der Bedeutung der Debatte um Datenschutz und die Bedeutung der Privatsphäre hierzulande zu sehen – und deshalb folgerichtig. Auch die Bedeutung agiler IT-Infrastrukturen und vorausschauender Analysefähigkeiten für zukünftigen Geschäftserfolg haben die deutschen Unternehmen erkannt – und sie sind bereits dabei, ihre Organisation entsprechend zu transformieren. Noch weit vom Idealzustand entfernt sind sie dagegen bei der Personalisierung von Produkten und Diensten, und auch das organisationsweite Handeln in Echtzeit ist derzeit in den meisten Unternehmen noch ein Zukunftsthema.

Gerade hier liegen für Deutschland und seinen starken Mittelstand die Chancen. Viele Entscheider in kleinen und mittelgroßen Unternehmen zögern derzeit noch, ausreichend in die digitale Transformation und Industrie 4.0 zu investieren. Sie sind sich unsicher, wie sie ihr Geschäftsmodell im Rahmen dieser Umwälzungen verändern müssen und verlangsamen die notwendige Modernisierung ihrer IT-Strukturen. Die genannten Erfolgskriterien bieten ihnen eine verlässliche, weil global gültige Orientierungshilfe, woran sie arbeiten müssen. Wer nicht nur transparent, agil und vorausschauend Geschäfte betreibt, sondern in der Lage ist, in Echtzeit auf die veränderten Anforderungen der entstehenden Information Generation zu reagieren und individuelle Nutzererfahrungen zu bieten, der hat zumindest kurz- bis mittelfristig die Möglichkeit, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und Marktanteile hinzuzugewinnen.