Markus

Manager Presales - Public Sector, EMC Deutschland

Die zunehmende “Elektrifizierung” des Krankenhausbetriebes

In Deutschland ist seit den Neunzigerjahren stetig ein Abwärtstrend bei der Zahl der Krankenhäuser zu verzeichnen. Die nachfolgende Statistik der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigt dies klar auf. Ein Trend der seit der Umstellung des Finanzierungsmodells in Deutschland durch das DRG-Modell verschärft wurde.

Die Krankenhausstatistik der DKG zeigt, dass sich die Anzahl der Häuser wieder reduziert hat. Der Trend ist seit nun mehr als einem Jahrzehnt ungebrochen und reduziert die Anzahl der Krankenhäuser in Deutschland auf noch 2.064 Häuser (im Jahr 2010), die sich in öffentliche, freigemeinnützige und private Häuser aufteilen. Was sich jedoch nicht verändert hat, ist die Zahl der Fälle pro Haus. Diese Zahl bleibt in Deutschland konstant beziehungsweise hat seit 2005 einen leichten Aufwärtstrend. Dies ist zum einen sicherlich der demographischen Entwicklung und der höheren Lebenserwartung geschuldet. Was die Häuser vor ein Problem stellt, ist der Anstieg der Daten, die pro Fall entstehen. Die dabei anfallenden Daten sind jeweils spezifischen deutschen rechtlichen Auflagen zur Aufbewahrung unterworfen. Im Gegensatz zum Wachstum und der zu archivierenden Datenmenge wird das Personal nicht wachsen. Eine Studie der IDC zum Thema Digital Universe zeigt, dass wir Menschen weltweit den Datenbestand bis 2015 auf unglaubliche 7.910 Exabytes wachsen lassen, die Belegschaft zur Verwaltung dieser wird jedoch nur um den Faktor 1,5 zunehmen.

Diese Eckdaten sind sehr wichtig für die deutsche Gesundheitswirtschaft. Sie zeigen auf, dass die Umsetzung dieses Datenwachstums gepaart sein muss mit der richtigen Infrastruktur-Strategie zur Verwaltung dieser Datenmengen. Ein wichtiger Baustein in der Strategie vieler Häuser liegt im ersten Ansatz bei der Standardisierung der Infrastruktur. Dies erfolgt im ersten Schritt durch Einsatz von Hypervisor-Technologie im Server-Umfeld. Die folgenden Schritte sind die Ertüchtigung eines zweiten Rechenzentrumsraumes, um hier einen Aktiv-/Passiv-Betrieb zu realisieren. Meine persönliche Erfahrung ist jedoch, dass die Häuser hier auf ein Aktiv-/Aktiv-Betriebsmodell für Rechenzentren gehen sollten. Dies ist zum einen dem 24/7-Betrieb eines Krankenhauses geschuldet. Notfälle, Eingriffe und Gesundung sehen eben keinen Reboot oder Patch vor, sondern erwarten einen durchgängigen Betrieb.

Ein solches Aktiv-/Aktiv-Modell setzt voraus, dass die Applikationen clusterfähig sind. Da hat ein 200- Betten-Haus schon mal schnell mit 50 Anwendungen aufwärts zu kämpfen. Diese gilt es in ein Servicekatalog-Modell zu bringen. Dieser Servicekatalog muss die Wichtigkeit der Applikation für den Krankenhausbetrieb wiederspiegeln. Nicht jede Anwendung ist hochkritisch und kann somit auch in einem Aktiv-/Passiv-Modus betrieben werden. Die zunehmende „Elektrifizierung“ des Krankenhausbetriebes – in Form der digitalen Erfassung und Verarbeitung der Schritte bei Notfall, Versorgung und Pflege in Echtzeit – machen so die zunehmende Abhängigkeit der IT deutlich.