Dinko

Senior Vice President and Managing Director, Dell EMC Germany, Enterprise Sales

Bimodale IT – Zwillinge wider Willen?

Besuchen Sie meine KeynoteDigital Adoptionauf der CeBIT Global Conference, 16.03.206, 16:15-16:45 Uhr, Halle 8, Center Stage, oder eine unserer anderen Veranstaltungen und Auftritte auf der CeBIT 2016 (mehr Infos am Ende dieses Posts).

Derzeit spreche ich mit Kunden immer häufiger über die „dritte Plattform“ der IT. Denn an ihr führt kein Weg mehr vorbei, wenn es um die Bereitstellung hyper-skalierbarer Web-Anwendungen für Millionen von Nutzern geht – wobei „Nutzer“ sowohl Menschen sein können als auch intelligente Geräte. Und weil solche Anwendungen immer wichtiger werden, investieren immer mehr Unternehmen in Dritte-Plattform-Technologien. Doch deren Implementierung und Betrieb können alles andere als einfach sein.

Beim Aufbau einer „dritten Plattform“ geraten Unternehmen nämlich immer in die Lage, die dafür notwendigen, neuen Technologien (webbasiert, PaaS, Hadoop etc.) gleichzeitig mit ihren bereits vorhandenen Zweite-Plattform-Technologien betreiben zu müssen (d.h. mit herkömmlichen Client-Server-Systemen). Eine Herausforderung, für deren Beschreibung Gartner die Bezeichnung „bimodale IT“ geprägt hat:

Der Begriff bimodale IT beschreibt den Umstand, dass Unternehmen heute häufig zweierlei Arten IT betreiben: Jede davon ist darauf ausgerichtet, informationsund technologieintensive Services auf eine jeweils ganz eigene Art zu entwickeln und bereitzustellen. Modus 1 ist traditionell und auf Skalierbarkeit, Effizienz, Sicherheit und Genauigkeit fokussiert. Modus 2 ist dagegen nicht sequenziell, sondern stellt Agilität sowie Geschwindigkeit in den Mittelpunkt.“

Klar: Die Begriffsbestimmung ist weit gefasst, und das aus gutem Grund: Weil sie keinen Bezug auf konkrete Plattformtechnologien nimmt, bleibt sie offen für die künftige Entwicklung einer vierten, fünften oder sechsten Plattform.

Doch auch auf heutige Gegebenheiten bezogen, trifft die Begriffsbestimmung bereits den Kern der Sache: Im derzeitigen Kontext beschreibt der 1. Modus den Betrieb der meisten herkömmlichen, großen Anwendungen wie Oracle, SAP, Microsoft Exchange etc. Beim 2. Modus geht es dagegen konkret um das Bereitstellen von Analytics- und skalierbaren Web-Anwendungen.

Damit wird klar, weshalb die bimodale IT viele IT-Verantwortliche vor Herausforderungen stellt: Die Betriebsressourcen aus dem 1. Modus bleiben weiterhin wichtig. Doch ihnen fehlt die Agilität und Hyperskalierbarkeit, die Entwickler für moderne Anwendungen des 2. Modus benötigen. Und der bisher häufig gewählte Weg, 2.-Modus-Ressourcen aus der Public Cloud zu beziehen, ist zwar gangbar, aber mit Risiken behaftet – und bisweilen äußerst teuer.

Was also tun?

Eine allgemeingültige Antwort darauf habe ich natürlich nicht. Aber: Wenn wir mit Kunden über das Thema sprechen, empfehlen wir ein pragmatisches Vorgehen in drei Schritten, das sich bereits bewährt hat:

1.  Eine Auswahl an Entwicklungsplattformen schaffen

Nicht jede Anwendung muss hyperskalierbar oder hochagil sein, aber einige eben doch. Unternehmen sollten Bewertungsverfahren einführen, mit denen Entwickler schon zu Beginn eines neuen Projektes entscheiden und begründen können, welche Plattform sie für ihr Projekt benötigen. Zudem sollten die IT-Verantwortlichen im Unternehmen dann dafür Sorge tragen, dass sie die jeweiligen Technologien auch zur Verfügung stellen können – im besten Falle mit derselben Flexibilität, wie sie auch Cloud-Ressourcen bieten.

2.  Anwendungen von einer Plattform zur nächsten migrieren

In fast jedem Unternehmen werden Anwendungen betrieben, die von einem „Modustransfer“ profitieren könnten, also von einem Umzug von der zweiten auf die dritte Plattform – und entsprechend überarbeitet oder sogar neu geschrieben werden könnten. Unternehmen sollten prüfen und priorisieren, welche dieser Anwendungen mit dem größten Nutzen migriert werden könnten –und den entsprechenden „Umzug“ anschließend in die Wege leiten. Dazu gehört unbedingt auch das Entscheiden darüber, welche einzelnen Bestandteile und Features einer Anwendung in welcher Reihenfolge migriert werden sollten – und welche gegebenenfalls gar nicht.

3.  Die eigene bimodale Umgebung strukturieren

Die meisten Organisationen arbeiten bereits in einem bimodalen IT-Kontext. Nur tun einige das eher unbewusst – und übertragen das Hosting und Management von Ressourcen des 2. Modus einfach an verschiedene Public-Cloud-Provider (im Zweifel ohne vorher die hier aufgeführten Schritte eins und zwei zu gehen). Ein solcher, unreflektierter Umgang mit den zwei IT-Modi führt allerdings dazu, dass Daten nicht mehr der vollen Kontrolle der Organisation unterliegen, was erhebliche Risiken bergen kann. Deshalb sollten Unternehmen so früh wie möglich Gesamtkonzepte entwerfen, mit denen sie den unbewussten bimodalen IT-Betrieb in einen bewussten, strukturierten überführen können, bei dem jede Entscheidung über Ressourcen strategisch, verfolgbar und kontrollierbar erfolgt. Das erfordert natürlich eine sorgfältige Planung.

Der dritte Punkt ist von ganz besonderer Bedeutung, denn ohne sorgfältig orchestrierte Planung kann es passieren, dass eine Organisation auf halbem Weg der IT-Transformation „stecken bleibt“.

Das Resultat ist dann „nichts Halbes und nichts Ganzes“: Obwohl die IT-Organisation über die passenden Technologien für beide Modi verfügt, arbeitet sie in keinem der beiden wirklich effektiv. Das frustriert wiederum die Anwender, die sie sich deshalb über kurz oder lang von der Unternehmens-IT abwenden und sich, womöglich, wieder Alternativen in der Cloud suchen. Spätestens dann existieren die Modi der bimodalen IT wieder nebeneinander – sozusagen als Zwillinge wider Willen.

Neugierig geworden?

Wenn der Umgang mit der bimodalen IT auch Ihre Organisation in Atem hält: Schauen Sie bald wieder auf unserem Blog vorbei! In meinem nächsten Beitrag beschreibe ich, wie Sie Ihre bimodale IT zum effektiven „dynamischen Duo“ machen können. Und ich verrate, wie wir Unternehmen in der gesamten EMEA-Region dabei helfen, den Weg zu einem effektiven bimodalen IT-Kontext leichter und nahtloser zu bewältigen.

In diesem Sinne: Bis bald!

Auch auf der CeBIT?

Schauen Sie bei der Podiumsdiskussion am Vodafone-Stand vorbei, bei der ich mit Nadja Risse spreche, Head of Sales Central & Southern Europe, Vodafone Cloud & Hosting Services, und mit Peter Albers, Geschäftsführer von Virtustream Deutschland –  16.03.2016, 13.00 Uhr, Vodafone Halle, Pavillon 32.

Oder treffen Sie mich beim „Roten Sofa“ von CRN – 16.03.2016, 14.30 bis 15.00 Uhr, Halle 15, Stand F89

Und: Besuchen Sie auf jeden Fall meinen Keynote-Vortrag auf der CeBIT 2016 in Hannover – CeBIT Global Conference, 16.03.206, 16:15-16:45 Uhr, Halle 8, Center Stage.

Mehr Infos über alle EMC-Veranstaltungen und Auftritte auf der diesjährigen CeBIT unter https://germany.emc.com/events/2016/q1/cebit2016-hannover.htm.