Marc-Philipp

Sales und Business Manager, EMC Deutschland

Wahr oder falsch? Die drei häufigsten Mythen über All-Flash-Arrays

Seit 1960 steigt die Computerleistung exponentiell an. Im selben Zeitraum hat sich die Speicherleistung, die für die Unternehmens-IT ebenso wichtig ist, sehr viel langsamer verbessert. Das hat zur Folge, dass die vorhandenen Storage-Arrays die Speicheranforderungen der immer anspruchsvolleren Anwendungen nicht mehr oder nur unzureichend erfüllen. Eine Lösung für dieses Ungleichgewicht ist der Einsatz der Flash-Technologie, die seit Jahren in mobilen Geräten und Laptops zum Einsatz kommt. Doch trotz des dringenden Bedarfs an schnelleren Speichersystemen zögern Finanzchefs und IT-Leiter, Flash im Rechenzentrum einzusetzen – sie fürchten hohen Kosten und mangelnde Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit. Deshalb möchte ich mich im Folgenden mit den drei hartnäckigen Flash-Mythen auseinandersetzen:

Mythos eins – Flash kostet mehr

  • Die absoluten Kosten von Flash-Speichern sind in den letzten Jahren erheblich gesunken, so dass die relativen Kosten von Flash-Arrays pro Terabyte Speicherkapazität im Vergleich zu einem traditionellen Storage-Array wesentlich attraktiver sind.
  • Flash-Arrays haben einen höheren Leistungsdurchsatz, sodass weniger Arrays notwendig sind, um den gesamten Workload zu verwalten. Moderne Datenreduktions-Technologien helfen ohne Leistungseinbußen, unnötige Mehrfachkopien derselben Information zu identifizieren und zu entfernen. Herkömmliche Festplattenspeicher bieten nicht die nötige Leistung für diese Art der Deduplizierung in Echtzeit. Daher benötigen sie mehr Speicherkapazität für die gleiche Datenmenge.
  • Aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses eignet sich Flash besonders für Workloads, die hohe Durchsatzraten erfordern (gemessen in Inputs/Outputs pro Sekunde, IOPS).
  • Flash-basierte Arrays benötigen weniger Energie, Kühlung und physischen Platz als Festplattenspeicher, da sie durch den höheren Leistungsdurchsatz und die Deduplizierung weniger Kapazität benötigen. Da sich die Kosten für ein Rechenzentrum hauptsächlich aus den Faktoren IT-Betrieb, Personal und Platzbedarf zusammensetzen, trägt dies wesentlich zu einer Effizienzsteigerung im Unternehmen bei. Werden die Kosten in allen drei Bereichen reduziert, wie dies mit Flash möglich ist, lassen sich vielfältige Renditen erzielen.
  • Der Einsatz von Flash in eigens für diese Technologie konzipierten Speicher-Arrays reduziert den nötigen Aufwand für die Speicherverwaltung. Die interne Architektur macht komplexe Einrichtungs- und Abstimmungsschritte überflüssig und liefert automatisch die maximale Leistung. Werden Flash-basierte Medien in einem einzigen Storage-Tier eingesetzt, ist ein weiteres Management der Storage-Tiers und das ‘Suchen nach Leistungs-Hotspots’ überflüssig.

Auch wenn es mehr Gründe für den Einsatz von All-Flash-Arrays im Unternehmen gibt als die Betriebskosten (TCO und OPEX): Aus rein finanziellen Aspekten spricht nichts gegen den Einsatz von Flash im Rechenzentrum.

Mythos zwei – Flash-Arrays sind nicht einsatzerprobt und stellen ein größeres Risiko dar als herkömmliche Speicher

Auch wenn der Einsatz von Flash im Unternehmen noch recht neu ist, verwendet EMC bereits seit 2008 Flash-basierte Medien in seinen Arrays. Worauf es jedoch beim Einsatz einer neuen Technologie ankommt, sind die ihr zugrundeliegenden Prinzipien. Bei Flash sind es die folgenden:

  • Flash hat keine drehenden Teile. Der physische Verschleiß beziehungsweise die Abnutzung ist die Hauptursache von Störungen bei herkömmlichen Festplattenspeichern. Tests haben gezeigt, dass Flash-Platten weniger häufig ausfallen.
  • Das Fehlen drehender Teile macht Flash-Arrays weniger anfällig für Umweltfaktoren wie Temperatur oder Feuchtigkeit. Zudem ist Flash besser geeignet für die vielfältigen Einsatzszenarien von „mobilen Rechen-Ressourcen“; daher kommt Flash auch schon lange in Mobiltelefonen zum Einsatz.
  • Die hohen Performance-Raten reduzieren das Risiko der Beschädigung von In-Flight-Daten.
  • Die Architektur, die Algorithmen und die Software-Implementierung wurden entwickelt, um den Schreibfaktor und den Schreibvorgang auf Flash zu minimieren und das Verschleißverhalten zu optimieren.

Mythos drei – Die Leistung ist die Investition nicht wert

Die derzeitige SSD-Generation bietet Unternehmen im Vergleich zu herkömmlichen Speichersystemen eine Leistungssteigerung um den Faktor 100, die sie flexibel einsetzen können:

  • Unternehmen können diese erhöhte Leistung nutzen, um die Workloads der ‘nächsten Generation’ zu unterstützen: Anwendungen, die extrem reaktionsschnelle Systeme erfordern, können bei niedriger Latenz oder hohem Durchsatz laufen. Beispiele hierfür sind Hochfrequenz-Trading-Systeme, Börsen, Spiele-Plattformen, soziale Netzwerke, virtuelle Desktop-Infrastrukturen sowie Plattformen für Online-Commerce, Online-Banking oder Datenanalysen.
  • Sie können die Architektur für Anwendungen der zweiten Plattform umgestalten, um sie effizienter und leistungsstärker zu machen. Aufgrund der höheren Durchsatzrate kann die Deduplizierung äußerst effektiv durchgeführt werden, so dass mehr Daten in den vorhandenen physischen und Speicherplatz passen. Das senkt die Betriebskosten.
  • Flash bietet eine beispiellose Flexibilität. Unternehmen aller Größen müssen mit den Veränderungen durch die Digitale Transformation fertig werden und sicherstellen, dass Arbeitsprozesse effizient ablaufen, ohne dass zusätzliche Risiken entstehen. Ob sie sich für eine Skalierung nach oben, unten oder für beides entscheiden – die Speicherinfrastruktur muss sich entsprechend anpassen. Mit Hilfe von Flash lassen sich die Auswirkungen auf das gesamte IT-Ökosystem minimieren.

In Zukunft wird Storage Software-definiert, Flash-basiert, automatisiert und einfacher zu managen sein. Das eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten und führt dazu, dass IT zu einem strategischen Geschäftspartner wird. Denn aufgrund der oben genannten Argumente ist der Übergang zu Flash logisch und attraktiv. Derzeit interessieren sich vor allem diejenigen Unternehmen für Flash, die entweder Support für Workloads der nächste Generation benötigen oder die betriebliche Leistung und Effizienz traditioneller Workloads angesichts exponentiell steigender Datenmengen sicherstellen wollen. All-Flash-Arrays haben das Potenzial, für einen Paradigmenwechsel in der Storagewelt zu sorgen und die Geschäftswelt zu verändern. Da Fortschritte bei der Software es leichter machen werden, Flash zu managen und zu schützen, wird diese Transformation bereits von immer mehr zukunftsorientierten CIOs unterstützt.