Elke

Senior Director Presales, EMC Deutschland

Warum Städte “intelligent” werden müssen – und wie sich das erreichen lässt

Der Stadt gehört zweifellos die Zukunft. Das spiegelt sich in dem Tempo wider, in dem urbane Zentren wachsen, und das in allen Regionen der Welt. So lebten nach Angaben der UNO im Jahr 2015 rund 74,6 Prozent der Deutschen in Städten. Weltweit waren es rund 53 Prozent. Bis 2020 wird die Zahl der Stadtbewohner in der Bundesrepublik auf fast 76 Prozent wachsen. Dennoch liegt Deutschland in puncto Urbanisierung in Europa nur im Mittelfeld. In Ländern wie den Niederlanden, Schweden oder Großbritannien waren einer Studie der Weltbank zufolge bereits 2014 weit mehr als 80 Prozent der Bevölkerung „Städter“.

Die Stadtverwaltungen und Planer stellt dieser Trend vor Herausforderungen. Sie müssen nicht nur genügend Raum für Wohnungen und Unternehmen bereitstellen, sondern auch die Infrastruktur erweitern und anpassen. Das heißt beispielsweise, die Verkehrssysteme weiterentwickeln, die Energieversorgung und Abfallbeseitigung umweltfreundlicher gestalten und Sicherheitssysteme implementieren.

Smarte Lösungen sind gefragt

Doch wie lassen sich diese wachsenden Anforderungen erfüllen, und das angesichts der nach wie vor unkomfortablen Finanzlage vieler Kommunen? Die Lösung besteht darin, Städte „intelligenter“ zu machen. Im Prinzip lässt sich das mit denselben Technologien erreichen, die auch Unternehmen im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie einsetzen. Dazu zählen:

  • die Vernetzung von “Dingen” (Internet of Things, IoT), vom Auto über Klimaanlagen und Verkehrssysteme bis hin zur Energiesteuerung von Gebäuden,
  • das Erfassen und die vorausschauende Analyse von Daten aller Art, Stichwort Big Data & Analytics,
  • der Ausbau mobiler Services für Bürger und Besucher, inklusive Social-Media-Angeboten, sowie
  • eine skalierbare, flexible IT-Architektur auf Basis von Cloud Computing und Software-Defined-Technologien.

Beispiele: Intelligente Verkehrskonzepte und „smarte“ Gebäude

Eine „Smart City“ kann mithilfe dieser Technologien die Herausforderungen meistern, die auf sie zukommen. Dazu ein Beispiel: Nach Daten des World Economic Forum verbringt ein Autofahrer im Schnitt rund 15 Prozent der Fahrzeit in der Stadt im Stau. Weitere 20 Prozent erfordert die Suche nach einem Parkplatz. Dieser Zeitaufwand lässt sich deutlich reduzieren, wenn Verkehrsleitsysteme in Echtzeit die aktuelle Verkehrslage erfassen und dem Fahrer alternative Fahrtrouten anbieten. Eine zentrale Rolle spielen dabei Sensoren in Straßen und auf Parkplätzen, intelligente Ampelanlagen und Echtzeit-Analysesysteme im „Backend“. Mobile Apps helfen dem Fahren zudem dabei, einen Parkplatz zu finden.

Das Konzept kann außerdem alternative Verkehrsmittel mit einbeziehen, etwa die Fahrt mit U-Bahn oder Bus, mit dem Fahrrad oder mit einem Car-Sharing-Fahrzeug.

Technik-Silos helfen nicht weiter

Jeder der genannten Techniken, von Cloud Computing bis IoT, ist für sich alleine genommen nicht in der Lage, die unterschiedlichen Herausforderungen der Stadt der Zukunft zu bewältigen. Vielmehr ist eine zentrale Plattform erforderlich, die Daten und Applikationen zusammenführt und die sich flexibel an Änderungen anpassen lässt. Das gilt auch für neue Technologien und die Lösungen von Drittanbietern: Sie sollten sich auf einfache Weise in eine solche Digital City Platform einbinden lassen.

Das erfordert den Abschied von Technologie-Silos, die derzeit noch in der Unternehmens-IT und bei Lösungen für intelligente Städte dominieren. Erforderlich ist zum einen ein „Open Data“-Ansatz. Das heißt, Daten müssen in einer Form vorliegen, die sie für möglichst viele Anwendungsbereiche zugänglich macht. Also keine „Daten-Silos“. Außerdem sollten auch die Bürger Zugang zu diesen Informationen haben.

Offene Plattformen und Anwendungen

Eng mit dem Open-Data-Konzept verknüpft sind offene, softwaredefinierte Plattformen. Sie ermöglichen es Kommunen und deren Technologie-Partnern, nach Bedarf Anwendungen und Services zu entwickeln und zu implementieren. Das heißt: Keine Abhängigkeit von der Hardware bestimmter Hersteller, sondern ein Maximum an Flexibilität.

Ergänzend dazu ist eine offene Plattform erforderlich, die das Erfassen und Analysieren von Daten übernimmt. Sie sollte Raum für unterschiedliche Analytics-Formen bieten, von Echtzeit-Analysen bis hin zu Batch-orientierten Auswerteverfahren. Mit diesen Analysen steht und fällt das Konzept einer “Smart City”. Sie bilden die Grundlage für Entscheidungen von kommunalen Entscheidungsträgern. Und sie sind die Basis für Services, die das Leben der Bürger in einer Stadt angenehmer und sicherer machen.

Eine Strategie für die “Digitale Stadt” entwickeln

Damit ein Projekt im Bereich “Smart City” zu einem Erfolg wird, sollten die Projektbeteiligten folgende Eckpunkte berücksichtigen:

  • Eine Datenstrategie entwickeln: Im Vorfeld muss analysiert werden, welche Daten erfasst, analysiert, geschützt und gespeichert werden sollen. Eine hohe Datenqualität und Transparenz ist zum einen wichtig, um neue Services entwickeln zu können. Außerdem wollen Bürger wissen, was mit ihren persönlichen Daten passiert und für welche Zwecke sie genutzt werden.
  • “Silos” vermeiden: Smart-City-Projekte erfordern eine konvergente Datenplattform. Sie muss sowohl städtischen Einrichtungen und als auch Behörden den Zugang zu denselben Daten und Technologien ermöglichen. Ein Kardinalfehler besteht darin, “Silos” einzurichten, die nur einzelnen Nutzergruppen zur Verfügung stehen.
  • Öffentliche Einrichtungen als „Innovatoren“ etablieren: Die Einrichtungen und öffentlichen Organisationen in einer Smart City sollten die Rolle von „Innovations-Führern“ übernehmen. Indem sie Bürger und Mitarbeiter ermutigen, neue Ideen zu entwickeln, forcieren sie die Weiterentwicklung einer intelligenten Stadt. Wichtig sind dabei Open-Source-Plattformen: Sie ermöglichen es, ein offenes Ökosystem mit entsprechenden Lösungen und Anwendungen zu entwickeln.
  • Umfassende und anpassungsfähige Strategie erarbeiten: Ein komplexes Gebilde wie eine Smart City basiert auf der Zusammenarbeiter aller relevanten Akteure. Diese gilt es mit ins Boot zu holen. Zudem ist es wichtig, dass sich die Konzeption einer intelligenten Stadt ohne hohen Aufwand an neue Entwicklungen anpassen lässt. Eine zentrale, aber dennoch flexible technische Smart-City-Plattform leistet in diesem Punkt wertvolle Hilfe.
  • Kooperationen fördern: Stadtverwaltungen und Privatwirtschaft sollten Partnerschaften eingehen, um gemeinsam neue Ansätze zu entwickeln und Smart-City-Projekte voranzutreiben. Weder die öffentliche Hand noch Unternehmen alleine sind in der Lage, dies zu leisten.

Fazit: Die Technologie ist da

Die Technologien, um urbane Regionen „smarter“ zu machen, sind vorhanden. Nun gilt es, die entsprechenden Lösungen sukzessive zu implementieren. Diese Aufgabe können die Kommunen alleine nicht schultern. Das müssen sie auch nicht. Denn es gibt eine Reihe kompetenter Kooperationspartner, die vielversprechende Smart-City-Konzepte entwickelt haben – aus der IT-Industrie, dem Automobilsektor, der Telekommunikationssparte und dem Forschungssektor. Doch allzu viel Zeit, diese Aufgabe anzugehen, bleibt angesichts der hohen Urbanisierungsrate nicht mehr.

Tipp: Roundtables „Smart Cities“

Zum Abschluss noch ein Hinweis für alle, die sich aus erster Hand über „Smart Cities“ informieren möchten: Am 5. Oktober 2016 veranstaltet Dell EMC im Rahmen des Dell EMC Forums in Mainz einen Roundtable zu diesem Thema. Ein Experte von IDC präsentiert dort Ergebnisse einer aktuellen Studie des Beratungshauses zu Smart Cities. Außerdem geben Kunden von Dell EMC einen Einblick in die praktischen Erfahrungen, die sie im Rahmen von Smart-City-Projekten gesammelt haben. Im Anschluss folgt eine Diskussion über den Status und die künftige Entwicklung von Smart Cities in Deutschland sowie die damit verknüpften Technologien.

Die Kerndaten des Roundtables „Smart Cities“:

Wann:                         Mittwoch, der 5. Oktober, von 14 Uhr bis 16 Uhr

Wo:                               Dell EMC Forum 2016 in der Rheingoldhalle in Mainz

Programm:               Details zum Roundtable “Smart Cities” sind auf folgender Web-Seite zu finden: http://germany.emc.com/campaign/global/forum/roundtables.htm

Registrierung:          Die Teilnahme am Dell EMC Forum und dem Roundtable ist kostenlos. Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie ein Link zur Online-Registrierung  stehen auf folgender Web-Seite zur Verfügung: http://germany.emc.com/campaign/global/forum/event.htm