Dinko

Senior Vice President and Managing Director Dell EMC, Enterprise Sales Deutschland

Haltung, bitte!

Die Digitalisierung oder digitale Transformation ist ein essenzieller Schritt für alle Unternehmen, ich habe hinlänglich darüber gesprochen und geschrieben. Sie kann allerdings nicht ohne die IT-Transformation stattfinden.

Digitale Transformation, IT-Transformation? Ich weiß, die Begriffe sind etwas irreführend und strapazieren die Geduld eines manchen Managers. Dabei ist die Unterscheidung gar nicht so schwierig: Digitalisierung umfasst die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und die verbesserte Ansprache der Zielmärkte. IT-Transformation meint die Transformation der IT-Organisation und die Errichtung einer agileren und performanteren IT. Sie ist oft verbunden mit der Ablösung von Altsytemen und in die Tage gekommener Infrastrukturen.

Notwendig ist die IT-Transformation, weil einerseits die Informationsmenge in den Himmel schießt: 2020 stehen laut Dell EMC IT Transformation Journey 2016 über 44 Zettabyte Daten zur Verfügung, also 44 Milliarden Terabyte. Kein Rechenzentrum kommt mit solchen Größenordnungen gut zu Recht, wenn es nicht auf den allerneuesten Stand getrimmt wurde. Andererseits spielt das IoT eine immer wichtigere Rolle: Innerhalb von drei Jahren werden laut unserer Analyse 30 Milliarden Geräte im Internet miteinander vernetzt sein, darunter klassische Server, PCs oder Smartphones, aber eben auch Maschinen, Sensoren und Aktoren. Diese Entwicklung muss jede IT berücksichtigen. Hinzu kommt, dass Abteilungen und virtuelle Teams, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen, immer öfter immer schneller immer bessere entscheidungsrelevante, aufbereitete Daten verlangen. Dabei sind sie unerbittlich, weil davon das Gelingen ihrer Projekte und letztlich die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens abhängt.

Die bisherige Rolle der IT-Abteilung als gemächlicher Bereitsteller von Tools und Lösungen – so optimiert sie auch sein mögen – reicht für die neuen, hochgetakteten Bedürfnisse der Unternehmen aber nicht mehr aus. Der CIO muss die IT neu definieren: als ITaaS, also als IT as a Service, die die Geschäftsstrategie proaktiv und erfolgsorientiert unterstützt. Dazu gehört das bessere Verständnis von Geschäftsabläufen und -prozessen sowie der intensivere Dialog mit den Abteilungen – aber auch eine völlig neue Haltung.

Verkehrsbetriebe oder Taxigesellschaften müssen von ihren oft geringschätzig behandelten “Beförderungsfällen” Abschied nehmen und sich plötzlich mit “Kunden” vertraut machen, weil sich ganz neue, kundenfreundliche Wettbewerber am Markt formieren. Einen ganz ähnlichen Schritt muss die IT gehen, nämlich ihren Elfenbeinturm verlassen und das Gespräch mit ihren “Kunden” im Unternehmen suchen, also die Bedürfnisse der Abteilungen und Teams erforschen – und natürlich schnellst- und bestmöglich unterstützen. Das geht am besten, wenn die IT-Mitarbeiter “Front-Office-Fähigkeiten” gegenüber ihren Kollegen im Unternehmen entwickeln, also ihre Sprache sprechen und die volle Verantwortung für die bereitgestellten Services übernehmen. Dass das gelingt, ist letztlich aber keine Frage der Organisation, sondern eben der Haltung.

Es gibt viele gute Nachrichten, wenn Unternehmen die IT-Transformation anpacken – so die Ergebnisse unserer Dell EMC 2017 IT Transformation Maturity Study. Die vier wichtigsten will ich hier schnell auflisten:

Nach der Transformation

– ist es doppelt so wahrscheinlich, dass ein Unternehmen seine Umsatzziele übertrifft;

– geben Unternehmen 14 Prozent weniger pro geschäftskritische Anwendung aus;

– steht der IT-Abteilung ein um 12 Prozent höherer Budgetanteil für Innovationen zur Verfügung;

– führen 47 Prozent der Unternehmen ihre IT als Profit Center und nicht mehr als Kostenstelle.

Am Ende profitieren also alle: das Unternehmen, weil die Wettbewerbsfähigkeit steigt, und die IT, weil sie mehr Budget für hochwertigere Aufgaben hat.