Thore

Vice President EMC Isilon EMEA

Alles im Blick: Mit Hilfe von Videoüberwachung den Geschäftserfolg steigern

Der Markt für Videoüberwachung (CCTV) wird bis 2019 auf 42 Milliarden US-Dollar wachsen. Auf den ersten Blick erscheint diese Zahl erstaunlich hoch. Wenn man aber bedenkt, dass Unternehmen ihre Aufnahmen über Wochen, Monate oder sogar Jahre aufbewahren müssen, klingt diese Prognose realistisch. Denn die Videoüberwachungssysteme werden immer ausgefeilter und müssen deutlich besser skalieren, um den gesetzlichen Aufbewahrungsfristen zu entsprechen. Der wachsende Bedarf nach Speicherplatz ist aber nicht der einzige Treiber dieses Markts: Innovative Lösungen für die Analyse großer Datenmengen werden es Unternehmen ermöglichen, einen Mehrwert aus ihren Überwachungsaufnahmen zu ziehen. Die zahlreichen neuen Anwendungsfälle machen deutlich, dass die Videoüberwachung zukünftig nicht mehr nur Sicherheitszwecken dient. Sie bietet Unternehmen die Chance, profitabler zu werden.

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Derzeit setzt die Mehrheit der Unternehmen Überwachungstechnik eher konventionell ein: Ein Mitarbeiter oder eine einfache Software kontrolliert, was aktuell stattfindet oder nutzt Videoaufzeichnungen, um einen Vorfall nachvollziehen zu können. Die moderne Datenanalytik hingegen eröffnet völlig neue Anwendungsmöglichkeiten: Das Videomaterial kann eingesetzt werden, um Straftaten vorzubeugen, um die Effizienz der Lieferkette oder des Logistikbetriebs zu erhöhen und sogar um ein Ladenlayout durch die Analyse der Kundenwege im Geschäft zu verbessern.

Um von diesen neuen Anwendungsmöglichkeiten profitieren zu können, müssen Unternehmen drei Dinge tun:

  1. Sich auf das Wachstum vorbereiten: Die erste Herausforderung liegt darin, die stetig wachsende Menge digitaler Informationen effizient und kostengünstig zu speichern. Die längeren gesetzlichen und unternehmensinternen Aufbewahrungsfristen verstärken den Bedarf nach einem umfassenden Datenarchiv, das sich schnell und wirtschaftlich skalieren lässt. Der Schlüssel liegt in der Nutzung einer Scale-Out-Architektur: Damit können Unternehmen ihre Speicherpool-Ressourcen erweitern, ohne dass die Kosten unkontrolliert stiegen.
  2. Automatisieren und Data-Lake-Ressourcen implementieren: Das erlaubt es, Analysen in Echtzeit durchzuführen, ohne die Leistungsfähigkeit der Produktivumgebung zu beeinträchtigen und ohne die Infrastruktur oder die Support-Teams ausbauen zu müssen. Denn Echtzeitanalysen von Daten sind sehr ressourcenintensiv. Das gilt erst recht für den Versuch, bestimmte Muster durch die Analyse von Videoinhalten zu gewinnen. Ohne Data-Lake-Ressourcen als Unterstützung sind Datenanalysen in diesem Umfang einfach nicht möglich.
  3. Ein Analyselabor einrichten: Wie mein Kollege Seb Darrington geschrieben hat, sind die Ergebnisse von Analyseprogrammen nicht vordefiniert. Es ist daher wichtig, einen Mechanismus für das Erstellen von „Datentheorien“ zu etablieren und die verfügbaren Daten anhand dieser Theorien zu untersuchen und zu testen, um festzustellen, welches Wissen aus den Daten tatsächlich extrahiert werden kann. Auch wenn es nicht offensichtlich ist: Die Analyse von Video-Feeds kann zum Beispiel dazu beitragen, den Wert von Immobilien in Flughäfen für den Einzelhandel zu bemessen. Oder Betrugsversuche in Supermärkten aufdecken. Oder das Sicherheitspersonal in Einkaufszentren mit Warnhinweisen in Echtzeit über verdächtige Verhaltensweisen versorgen. Jede dieser Theorien musste zunächst überprüft und von einem Team professioneller Daten- und Videoexperten bewertet werden. Demzufolge ist es wichtig, ein Rahmen zu schaffen, in dem diese Experten arbeiten können.

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Der Nutzen von Videoüberwachungsanlagen wird also zukünftig weit über den Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung hinausgehen: Indem Einzelhändler die Laufwege ihrer Kunden analysieren, können sie fundierte Entscheidungen in Bezug auf die Produktplatzierung und Regaloptimierung treffen. Führende Banken nutzen Analytik, um Kassierer beim Erstellen der Tagesabrechnung zu kontrollieren. Auf diese Weise stellen sie sicher, dass Prozesse eingehalten werden und begrenzen das Betrugsrisiko.

Die Analytik hat aber auch die Sicherheitsüberwachung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Ladengeschäften, Einkaufszentren oder Geschäftsstraßen grundlegend verändert. Statt auf einen Diebstahl oder das Entwenden einer EC-Karte zu reagieren, können Sicherheitsmitarbeiter mit Hilfe neuer Analysemethoden nun ungewöhnliches Verhalten erkennen, verdächtige Personen im Auge behalten und rechtzeitig eingreifen, bevor es zu einem Vorfall kommt. Dabei kann es sich um einen einfachen Diebstahl handeln, aber auch um einen terroristischen Angriff. Diese Art der Aufklärung von Kriminalität findet nicht mehr nur im Fernsehen statt, wie in der in US-Serie Homeland – sie wird dank innovativer digitaler Technologien mehr und mehr zur Realität.