Matthias

Senior Director Sales Strategy, EMC Deutschland

Darum brauchen Unternehmen Software-definierte Infrastrukturen für die digitale Transformation

Eine jüngst von der IDC veröffentlichte Studie belegt: Deutsche Unternehmen investieren in den Aufbau Software-definierter Infrastrukturen, kurz SDI. Doch meiner Erfahrung nach steht jeder Firma, die SDI bereits produktiv nutzt oder dies zumindest vorbereitet, eine andere gegenüber, die sich bei der Nutzung Software-definierter Ressourcen noch zurückhält. Der Grund hierfür ist in der Regel Unklarheit – sowohl über den Begriff SDI als solchen, als auch über die Vorteile der Infrastruktur. Die Begriffsunklarheit kann ich sehr gut nachvollziehen, die Zweifel an den Vorteilen von SDI dagegen nicht. Meiner Meinung nach eignet sich kaum eine Infrastruktur-Spielart besser zur Grundlage für digitale Transformation und bi-modale IT als die Software-definierte. Denn SDI maximiert Skalierbarkeit, Flexibilität und Einfachheit und spart dabei Kosten, ohne dass Betreiber Kompromisse in Sachen Zuverlässigkeit oder Leistung eingehen brauchen. Aber der Reihe nach:

Hardware-unabhängig und selbststeuernd

Der Begriff Software-defined ist noch relativ jung und vermutlich deshalb nicht eindeutig definiert. Deshalb erscheint mir die Einleitung zum IDC-Untersuchungsbericht äußerst nützlich. Dort ist nämlich eine Begriffsabgrenzung enthalten, die die grundsätzlichen Vorteile Software-definierter Infrastrukturen erkennbar macht. Der IDC zufolge sind SDI Hardware-unabhängige Infrastruktur-Umgebungen, die aus virtualisierten Compute-, Speicher- und Netzwerkressourcen sowie der dazugehörigen Management- und Orchestrierungssoftware bestehen, wobei Letztere vor allem dazu da ist, den Betrieb der Umgebung zu automatisieren. Das heißt zusammengefasst so viel wie: SDI ist gleich virtualisierte Ressourcen plus Orchestrierung plus Automation.

Diese Definition verdeutlicht die Vorteile, die die Technologie im unternehmenseigenen Rechenzentrum erschließen kann: ein Höchstmaß an Skalierbarkeit, Flexibilität und Effizienz bei gleichzeitig hoher Zuverlässigkeit sowie einfacher Bedienung und Wartung. Beliebige Ressourcen und Dienste können hoch-automatisiert bereitgestellt oder heruntergefahren werden – und zwar per Software, die meist Open-Source ist, auf Grundlage preiswerter Standard-Hardware beliebiger Hersteller. Somit ist klar: SDI ist die optimale On-Premise-Grundlage für „Third-Plattform-Umgebungen“ wie beispielsweise Clouds und entsprechende Anwendungen und Verfahren (etwa Cloud-native Apps, Docker und DevOps), aber auch für Legacy-Anwendungen wie Datenbanken, ERP oder ähnliches.

Unterstützung für verschiedenste Workloads

Zu diesem Schluss kommen übrigens auch die von der IDC befragten IT- und SDI-Verantwortlichen: Sie bestätigen, dass die Software-definierten Ressourcen für eine Vielzahl verschiedener Workloads einsetzbar sind – für neuere wie Big Data Analytics, Container oder VDI ebenso wie für traditionelle wie etwa ERP, CRM oder spezifische Anwendungen.

Besonders interessant erscheint mir in diesem Zusammenhang ein weiteres Studienergebnis: Vierzig Prozent der Befragten schätzen ihre SDI-Ressourcen als so leistungsfähig und zuverlässig ein, dass sie bereit sind, Tier-1-Workloads darauf zu verlagern – also besonders geschäftskritische Anwendungen mit hohen Anforderungen an Performance, Verfügbarkeit oder Dienstgüte. 36 Prozent der Unternehmen prüfen noch, in wie weit dies für sie in Frage kommt. Nur 20 Prozent der befragten Firmen schließen dies von vorneherein aus.

Diese Zahlen zeigen, dass SDI nicht nur die eingangs erwähnten Skalierungs-, Flexibilitäts- und Effizienzvorteile bieten, sondern darüber hinaus auch offenkundig Leistungs- und Zuverlässigkeitswerte erreichen, die die Ansprüche der meisten Betreiberunternehmen erfüllen dürften.

Fazit

Software-definierte Infrastrukturen eignen sich hervorragend dafür, den Rechenzentrumsbetrieb rund um bestehende herkömmliche oder Unternehmensanwendungen der dritten Plattform zu optimieren. Die Teilnehmer der IDC-Untersuchung berichten, durch den Einsatz von SDI vor allem niedrigere operative Kosten (35 Prozent), eine bessere Ressourcen-Auslastung (34 Prozent) und eine verbesserte Anwendungsverfügbarkeit (31 Prozent) zu erreichen als mit herkömmlichen Infrastrukturen. Das spricht doch für sich, oder?

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Die IDC-Untersuchung „Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016 – Agile IT-Infrastrukturen als Basis für die digitale Transformation“ behandelt selbstverständlich noch weit mehr Gesichtspunkte als hier beschrieben. Der Report führt beispielsweise auch Resultate bezüglich des Reifegrads von Virtualisierung und SDI-Nutzung in den untersuchten Unternehmen an oder führt Hürden bei der SDI-Einführung auf; überdies werden Fragen zu Erfahrungen mit Cloud, Open-Source und SDI-Management-Werkzeugen beantwortet.