Ingo

Senior Director Mid Market Sales, EMC Deutschland

Converged Infrastructure: Sechs gute Gründe für die IT-Ressource der Zukunft

Von Ingo Gehrke, Senior Director Mid Market Sales bei EMC

Converged Infrastructure (CI) beschäftigt die IT-Industrie schon seit einer Weile – und nicht mehr nur in der Theorie. Die Nachfrage nach dieser Form der IT-Bereitstellung nimmt zu; Gartner erwartet, dass der entsprechende Markt bis 2019 auf 20,4 Milliarden US-Dollar oder 22,6 Prozent der IT-Budgets weltweit anwächst. Trotzdem begegnen mir immer wieder IT-Verantwortliche, die am Nutzwert von CI für das eigene Unternehmen zweifeln. Sie verstehen zwar die grundsätzlichen Vorteile, haben aber noch keine Anwendungszusammenhänge erkannt, die sich mit CI optimieren ließen. Auf die Frage, wofür sie konvergente Infrastrukturen brauchen könnten, antworte ich dann meist Folgendes:

Schlank, sparsam und flexibel

Grundsätzlich verbrauchen CI-Ressourcen weniger Platz und Strom als herkömmliche Hardware, was in Rechenzentren zu erheblichen Einsparungen bei Footprint und Betriebskosten führen kann. Zusätzlich ermöglichen die Appliances aber vor allem einen Übergang von Infrastruktur „Marke Eigenbau“ zu fertig gekauften Ressourcen – also von „Make“ zu „Buy“. Damit sind gleich mehrere Vorteile verbunden: die Beschaffung von Hard- und Software wird einfacher, händische Einrichtungs- und Konfigurationsarbeiten werden überflüssig und der Aufwand für Monitoring und Upgrades sinkt deutlich – genauso wie die Komplexität in der IT-Organisation. Schließlich werden althergebrachte Silos für Storage-, Server- und Netzwerkressourcen in CI-Umgebungen überflüssig.

Die sechs wichtigsten Anwendungsfälle

Maximal wird der Nutzen konvergenter Ressourcen allerdings erst dann, wenn CI-Appliances nicht allein zwecks dieser grundsätzlichen Vorteile eingesetzt werden – sondern zur gezielten Unterstützung bestimmter Anwendungsfälle. Diese können zum Beispiel sein:

  • Digitalisierung mit begrenzten Ressourcen: CIOs und ihre Mitarbeiter haben oft kaum Ressourcen dafür übrig, die Digitale Transformation der Unternehmen voranzubringen, weil rund 80 Prozent ihrer IT-Mittel in die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs wandern. Da bleibt nur wenig für das Einführen neuer Dienste und Anwendungen. Konvergente Infrastrukturen können Ressourcen freisetzen, die dann für Digitalisierungsprojekte zur Verfügung stehen.
  • DevOps: Die Verschmelzung von Anwendungs-Entwicklung und IT-Betrieb setzt eine hochgradig flexible und skalierbare IT voraus, in der Entwickler jederzeit die Ressourcen bekommen, die sie brauchen. CloudComputing kann dabei natürlich nützlich sein, doch jede Art von Anwendung oder Daten, die aufgrund ihrer Kritikalität nicht in Public- oder Managed Private Clouds wandern sollen, verlangen nach einer ähnlich einfach zu handhabenden On-Premise-Infrastruktur. CI kann Bereitstellungs- und Betriebszyklen derart verkürzen, dass die „Ops“ wieder mit den „Devs“ Schritt halten.
  • Test- und Pilotszenarien: Einige IT-Organisationen brauchen auch ohne DevOps flexible Ressourcen – etwa, um Anwendungen schnell und sicher testen und erproben zu können, bevor sie sie vollumfänglich bereitstellen. CI kann genau diesen Bedarf erfüllen – und bietet darüber hinaus den Vorteil der günstigen Skalierbarkeit. IT-Teams können eine Anwendung erst auf einer kleinen CI-Einheit testen und diese später einfach als Produktiv-Ressource nutzen – an die dann schnell und ohne großen Aufwand weitere CI-Einheiten angeschlossen werden können, um die Produktivumgebung auszubauen. Damit erübrigt sich die übliche Migration von Test- zu Produktivumgebung.
  • Virtual Desktop Infrastructure (und andere stark skalierende Dienste): CI eignet sich auch hervorragend als Betriebsgrundlage für Dienste und Anwendungen, die innerhalb kürzester Zeit stark skalieren, gleichzeitig aber hohe Ansprüche an Sicherheit und Verfügbarkeit stellen. Ein Beispiel hierfür sind Virtual-Desktop-Infrastrukturen: Sie werden meist on-premise betrieben und verlangen unmittelbar nach Einführung erhebliche Compute-, Speicher- und Netzwerk-Ressourcen sowie entsprechendes IT-Management. All das ist mit konvergenten Ressourcen viel einfacher und günstiger zu bewerkstelligen als mit herkömmlichen.
  • Hybrid Cloud: Wer flexible und skalierbare IT-Umgebungen benötigt, kommt heute kaum noch ohne Cloud Computing aus. Doch weil Public-Cloud-Services sich noch immer nicht für jeden Anwendungsfall eignen (oder diesen nicht ohne erhöhte Komplexität, Kosten oder Risiken darstellen können), setzen viele CIOs auf hybride Cloud-Umgebungen. Converged-Infrastructure-Appliances können – gerade wenn sie über Schnittstellen zu wichtigen Public-Cloud-Services verfügen – der schnellste und günstigste Weg sein, um solche Umgebungen aufzubauen.
  • Infrastruktur- und Software-Upgrades: Bisweilen kommt ein Unternehmen in die Lage, veraltete Infrastruktur-Hardware austauschen und gleichzeitig eine wichtige Software upgraden zu müssen, etwa das eigene ERP- oder CRM-System. Das ist sicher nicht der häufigste Anwendungsfall; doch wenn er eintritt, kann sich der Umstieg auf CI wirklich rechnen – schließlich kommen sämtliche bisher erwähnte Vorteile bei Ersatzinvestitionen ohnehin zum Tragen. Zusätzlich vereinfachen flexible CI-Ressourcen auch das schrittweise Implementieren, Testen und Ausrollen der neuen Software – und verkürzen so gegebenenfalls deren „Time to Value“.

Fazit: Converged Infrastructure = zukunftsfähige On-Premise-Ressource

Die Anwendungsbeispiele zeigen: Konvergente Infrastrukturen eignen sich vor allem dafür, den On-Premise-Betrieb von IT-Ressourcen vom starren „Make“- auf den flexibleren und einfacheren „Buy“-Ansatz umzustellen. Ob ein Unternehmen von diesem Vorteil profitieren kann, hängt natürlich von der jeweiligen IT-Strategie und den vorhandenen Ressourcen ab. Doch wer über Digitalisierung, DevOps oder Hybrid Clouds nachdenkt und vielleicht nur über eine kleine IT-Mannschaft verfügt, sollte sich die All-in-one-Appliances unbedingt einmal näher ansehen: Sie stellen die derzeit wohl zukunftsfähigste verfügbare Lösung dar.