Elke

Senior Director Presales, EMC Deutschland

„Cloud Readiness“: Wie CIOs ihre IT-Organisation auf die Cloud vorbereiten sollten

Ein erfolgreicher Umzug „in die Wolke“ war seit jeher viel eher eine Organisations- als eine reine Technologie-Frage. Die meisten CIOs haben das verstanden – und übernehmen beim notwendigen Change-Management die Verantwortung.

Herkömmliche IT-Umgebungen nutzen bekanntermaßen zentrale, oft proprietäre und vor allem manuell verwaltete Ressourcen. Beim Cloud Computing dreht sich dagegen alles um verteilte Ressourcen, einheitliche Anwendungen und Schnittstellen, Automation sowie standardisierte Dienstleistungen und Services.

Das bedeutet, dass die IT sich vom einen auf das andere Verfahren umstellen muss – und dabei die eigene Rolle, die eigene Organisation und die eigenen Aufgaben vollständig neu entwickeln.

„Cloud Readiness“ als Kulturwandel

Die meisten CIOs, die ich kenne, haben das sehr früh verstanden. Sie haben ohne Zögern begonnen, notwendige Veränderungen umzusetzen: neue Betriebsrichtlinien entwickeln, Schnittstellen zu anderen Geschäftsbereichen aufbauen und Bedarfe ermitteln. Sie haben herkömmliche IT-Ressourcen um neue Cloud-Dienste erweitert. Und sie haben die IT-Organisation derart dezentralisiert und ihre Mitarbeiter so weiterentwickelt, dass diese heute im ganzen Unternehmen Querschnittaufgaben und Projekte übernehmen können.

Kurz gesagt: Sie haben die Verantwortung übernommen und einen Kulturwandel eingeleitet, der die IT zu einem durch und durch „cloud-ready“ Dienstleister macht, sprich: zu einer wahrhaft wertschöpfenden Organisation, die neueste Technologien kauft, betreibt oder einsetzt, um klare Geschäftsziele zu erreichen.

Wie diese CIOs das bewerkstelligt haben?

Die sieben Strategien erfolgreicher CIOs

Wenn ich mit Kunden spreche, begegnen mir natürlich immer neue und teils sehr verschiedene Antworten auf diese Frage. Doch sieben Strategien scheinen nahezu jede oder jeder dieser CIOs zu nutzen – weshalb sie mir als Best-Practices für den beschriebenen Kulturwandel erscheinen.

Zu diesen gehören:

  1. Ein neues Selbstverständnis für die IT

Kunden erklären mir immer wieder, wie kritisch es sei, in der IT-Organisation ein Selbstverständnis und eine Haltung „pro Cloud“ zu entwickeln. Ein bevorstehender Umzug „in die Wolke“ – und sei es nur eines Teils der IT – kann unter IT-Mitarbeitern zu Unsicherheit, ja sogar Ängste vor der Auflösung der IT führen. Wirken Sie dem entgegen, in dem Sie von vornherein ein klares, neues Selbstverständnis der IT vermitteln: die „cloud-ready“ IT-Organisation verwaltet keine Ressourcen mehr, sie entwickelt Geschäftslösungen mit hohem Mehrwert und ist für das Unternehmen relevant.

  1. Eine „cloud-ready“ IT-Governance

Klingt einfach, ist es aber keinesfalls: Viele Unternehmen haben eine ausgearbeitete IT-Governance – doch nur wenige haben auch eine, die das Nutzen von Cloud-Services berücksichtigt. Sollte das in Ihrer Firma so sein, ändern Sie dies so früh wie möglich und überarbeiten Sie die Governance. Das Ermitteln möglichst konkreter Bedarfe ist dabei natürlich ebenso unerlässlich wie das nachvollziehbare Abwägen von Vorteilen und Risiken.

  1. Der Umbau der IT-Organisation

Mit der neuen IT-Governance im Rücken können Sie jetzt die IT-Organisation umbauen. Setzen Sie hierfür unbedingt ein umfangreiches Change-Management-Projekt auf und klären Sie mit Ihren Mitarbeitern: Welche Ziele verfolgen wir künftig? Wie organisieren wir uns in Zukunft, um diese Ziele zu erreichen? Wie arbeiten wir mit anderen Geschäftsbereichen zusammen? Welche neuen Fähigkeiten und Rollen benötigen wir innerhalb der neuen Organisation und welche nicht mehr?

  1. Ein Migrationsplan fürs den Weg in die Cloud

Die eigentliche Migrationsplanung einschließlich Beschaffungs- und Investitionsplanung für neue Technologien steht erst an, nachdem die bereits beschriebenen organisatorischen Voraussetzungen geschaffen wurden. Jetzt können Sie gemeinsam mit anderen Geschäftsbereichen festlegen, welche Dienste – SaaS, IaaS, PaaS – künftig genutzt und welche herkömmlichen bzw. On-Premise-Ressourcen weiter benötigt werden.

  1. Freiraum für Fehler

Steht die Planung erst einmal, erscheint das Einführen von Cloud-Services meist als einfache Routine. Doch Vorsicht: Der Einbezug externer IT-Ressourcen kann durchaus Unvorhergesehenes nach sich ziehen, etwa bei Dienstleister- und Vertragsmanagement. Aber auch gänzlich einfach erscheinende Zusammenhänge, wie etwa Backup- oder IT-Service-Management-Strategien, können der Überarbeitung bedürfen. Bereiten Sie sich also gut auf die Implementierung von Diensten vor – und rechnen Sie immer damit, dass einige Dinge zu Anfang vielleicht nicht unmittelbar so verlaufen wie geplant.

  1. Gutes Risiko-Management

Auch wenn sich viele frühe Bedenken etwa bezüglich der Sicherheit von Cloud-Services als haltlos erwiesen haben: Gänzlich risikofrei ist die Nutzung externer IT-Ressourcen natürlich nie. Ein gutes Risiko-Management ist deshalb beinahe schon zwingend erforderlich. Legen Sie deshalb so früh wie möglich Verantwortlichkeiten und Regeln für Sicherheits- und Compliance-Risiken oder Disaster-Recovery-Szenarien fest und verschriftlichen Sie diese.

  1. Re-Investition in Innovation

Und schließlich: Nutzen Sie jede Ressource, die Ihre Organisation durch den Einsatz von Cloud-Ressourcen freisetzt, für die Weiterentwicklung der Innovationsfähigkeit Ihrer Organisation. Sie haben durch den Einsatz von IaaS Ihre Betriebskosten gesenkt und die Flexibilität im Rechenzentrum erhöht? Dann beschäftigen Sie sich mit der Einführung von DevOps. PaaS-Umgebungen und SaaS-Dienste haben Ihre Mitarbeiter entlastet? Dann füllen Sie deren freie Zeit mit Weiterbildungen oder einem Projekt zur Entwicklung neuer, innovativer Apps für Ihr Unternehmen.

Fazit

Cloud Computing verändert die Unternehmens-IT von Grund auf. Dieser Umbruch verlangt – wie jeder andere auch – vor allem nach guter Führung. Viele CIOs nehmen diese Verantwortung bereits auf sich und die Gestaltung sämtlicher notwendiger Veränderungen aktiv in die Hand. So und nur so erreichen sie mit ihrer Organisation die „Cloud Readiness“, die die übrigen Unternehmensbereiche von ihr verlangen. Die Folge: Die CIOs und ihre Mitarbeiter gewinnen an Bedeutung und Einfluss und verschaffen sich Gestaltungsspielräume, mit denen sie und die IT-Organisation die eigene Relevanz im Unternehmen weiter erhöhen können.

Ein äußerst nacheifernswertes Beispiel, finden Sie nicht?