Dinko

Senior Vice President and Managing Director, Dell EMC Germany, Enterprise Sales

Chefsache „Workforce Transformation“: Warum CIOs die Entwicklung der IT-Organisation selbst treiben sollten

Bei Digitalisierung und IT-Modernisierung geht es nicht nur um Technik, sondern vor allem auch um Organisations- und Personalentwicklung. Deshalb sollten CIOs sich unbedingt mit beidem auseinandersetzen, zumindest auf höchster strategischer Ebene.

Sie selbst haben sicher ein vergleichsweise klares Bild davon, wie Ihre IT-Organisation künftig aussehen wird – zumindest hinsichtlich Technik und Arbeitsorganisation. Wahrscheinlich haben Sie auch schon mit Ihren Vorgesetzten und Mitarbeitern erste Einzelheiten geklärt: Welche neuen IT-Services Ihr Unternehmen braucht. Welche Ressourcen dafür nötig werden. Und welche Rolle etwa die Cloud oder konvergente Infrastrukturen bei alledem spielen könnten.

Aber haben Sie auch schon einen Plan dafür, wie Sie Ihre Mitarbeiter auf diese Neuerungen vorbereiten? Falls ja, ist das sehr gut. Falls nein, dann wäre es gut, Sie täten es. Denn es ist von herausragender Wichtigkeit, dass Sie sich so früh wie möglich überlegen, welche Aufgaben Ihre Mitarbeiter in Ihrer künftigen, modernisierten IT-Organisation noch übernehmen werden und was sie dafür können.

Ohne „Workforce Transformation“ keine „IT Transformation“

In den allermeisten Fällen dürften IT-Organisationen sich ähnlich entwickeln, denn schließlich verändern Cloud-Computing, Automation und der Anything-as-a-Service-Ansatz die Rolle der IT überall auf vergleichbare Weise. Statt als reiner Dienstleister und Rechenzentrumsbetreiber arbeitet sie immer häufiger als interner Berater, der die Fachbereiche bei der Entwicklung, Beschaffung und dem Einsatz neuer IT-Dienste unterstützt und die hierfür erforderlichen Vorhaben und Ressourcen managt.

Dieser Rollenwandel wiederum sorgt dafür, dass viel herkömmliches Administratoren-Know-how an Bedeutung verliert und neue Fähigkeiten wie etwa Cloud-Brokerage, Cloud-native Anwendungsentwicklung oder Cloud-Service-Management an Bedeutung gewinnen. Und er fordert auch neue Soft-Skills wie die Fähigkeiten, andere Fachbereiche zu verstehen, IT-Innovationen zu entwickeln oder in Geschäftsmodellen zu denken.

Doch welche Fähigkeiten Ihre IT-Organisation ganz genau braucht, bis wann und in welchem Ausmaß – das kann niemand so genau bestimmen wie Sie selbst. Denn nur Sie verstehen Ihre IT-Gesamtstrategie voll und ganz und in jeder Hinsicht, und nur Sie verfügen über die notwendige Sachkenntnis und das notwendige Fachwissen, um die erforderlichen Veränderungen beschreiben und den notwendigen Change-Aufwand abschätzen zu können.

Eine Schlüssel-Aufgabe für CIOs und IT-Leiter

Vor allem aber haben nur Sie die entscheidende Rolle der Führungskraft – und als solche gehören das Vorausschauen, das Vorgeben von Zielen, das Vorplanen und natürlich auch das Vorleben von Veränderungen zu Ihren wichtigsten Aufgaben. Das betrifft gerade Veränderungen, die die Kultur, das Rollenverhalten und die Arbeitsweise innerhalb der IT-Organisation betreffen.

Deshalb bestärke ich Sie darin, die „Workforce Transformation“ zur Chefsache zu machen. Überlassen Sie grundlegende, strategische Überlegungen und erste Pläne zur weiteren Entwicklung Ihrer IT-Organisation auf keinen Fall anderen, sondern übernehmen Sie diese Aufgabe selbst.

Konkret meine ich damit: Schreiben Sie – gegebenenfalls unter Einbezug Ihrer Mitarbeiter – Antworten auf die Fragen auf, welche Rolle Ihre IT-Organisation künftig einnehmen wird, welche Fähigkeiten sie dafür brauchen könnte und welche nicht mehr, über welche Fähigkeiten sie heute bereits verfügt und welche neuen Fähigkeiten sie mit welcher Dringlichkeit erwerben sollte.

Erst selbst planen, dann delegieren

Dieser Schritt verschafft Ihnen nicht nur die notwendige Klarheit, die Sie brauchen, um alle weiteren Schritte vorbereiten zu können – wie das Ausarbeiten eines genauen Organisationsentwicklungsplans, das Festlegen der erforderlichen Change-Management-Maßnahmen, das Planen und Umsetzen notwendiger Weiterbildungen vorhandener Mitarbeiter oder gegebenenfalls Neueinstellungen. Er gibt Ihnen zusätzlich eine hervorragende Grundlage an die Hand, auf der Dritte wie die Personalabteilung Ihres Unternehmens oder externe Berater dann die Umsetzung der erwähnten Schritte übernehmen können. Und zwar auf eine effektive und effiziente Art und Weise, die überdies sehr genau zu den Zielen passt, die Sie und das Unternehmen mit sämtlichen anderen Geschäfts- und IT-Plänen verfolgen.

Vor allem aber sendet Ihre Vorarbeit ein wichtiges Signal: Sie als Vorgesetzter haben die Angelegenheit zur Chefsache gemacht, die damit verbundenen Herausforderungen geprüft, erste Entscheidungen getroffen und eine Marschrichtung herausgearbeitet, die Ihren Vorgesetzten, Ihren Mitarbeitern und dem gesamten Unternehmen Sicherheit vermittelt.

Auf diese Weise führt man Change-Vorhaben zum Erfolg – und IT-Organisationen in die Zukunft!