Thore

Vice President EMC Isilon EMEA

300 Stunden pro Minute – Big Data in der Medien- und Entertainmentbranche

Thore Rabe, Vice President Dell EMC Isilon EMEA

Es ist stimmt tatsächlich: Bei YouTube werden 300 Stunden Videomaterial pro Minute hochgeladen – aus der ganzen Welt. Die enormen Mengen an geteilten Videos und Inhalten in sozialen Netzwerken sind verblüffend. Neben YouTube gibt es auch andere Beispiele. So baut der Streaming-Dienst Netflix seine Content Library ständig aus und stellt monatlich mehrere Terabyte an Inhalten bereit. Wie bewältigt man solche Datenmengen?

Wie kann eine Infrastruktur mit einer optimalen Performance und enormen Skalierbarkeit für diese hohen Anforderungen erstellt werden? Und wie nutzt die Branche ihre riesigen Content-Pools noch?

Mittlerweile wird außerdem 4K-Video immer mehr zum Mainstream. Das liegt an der Produktion von Content mit höherer Auflösung und der Unterstützung für verschiedenste Endgeräte. Allerdings benötigt man in der Medienbranche dafür fünf- bis zehnmal so viel Speicherplatz für die Bearbeitung, Wiedergabe und andere Arbeitsabläufe in der Post-Production, denn 4K hat eine viermal höhere Auflösung als Full HD.

Aber Medienunternehmen wollen noch mehr: Zusätzlich zu den ständig wachsenden Inhalten in den aktuellen Content-Bibliotheken möchten die Anbieter den Plattformen historische Content-Archive hinzufügen. Diese sollen nicht nur intern, sondern auch Endnutzern zur Verfügung stehen.

Deshalb ist die Erstellung eines Repository, das passend zu den wachsenden Anforderungen einfach skaliert werden kann, eine operative Notwendigkeit für die meisten Medienunternehmen. Das gilt zum Beispiel für Spotify, ein Unternehmen, das ausgehend von einer Musikbibliothek mit 30 Millionen Titeln immer weiter wächst und nun im nächsten Jahr Videodienste hinzufügen wird. Das führt natürlich zu einem exponentiellen Datenwachstum.

Tatsächlich gibt es nur wenige Medienunternehmen, die nicht mit uns zusammenarbeiten. Fünf der führenden zehn Musikstreaming-Dienste sowie drei der Top-5-Pay-TV-Anbieter in Westeuropa arbeiten mit Dell EMC zusammen, mit Dell EMC Isilon als Ursprungsspeicher.

Bei den Gesprächen im Rahmen dieser Kundenengagements geht es häufig um die Transformation von Medienunternehmen und deren Fähigkeit, ihren Content besser zu nutzen. Das funktioniert auf Basis der Big-Data-Analytik, und zwar auf zweifache Art und Weise.

Erstens wird dadurch der Wandel zur semantischen Content-Analyse über eine breitere Content-Basis hinweg deutlich schneller und aussagekräftiger ermöglicht. Statt jede Minute von allen Videos für die Suche und zukünftige Erkennung mit Tags versehen zu müssen, ist es möglich, Videoarchive in durchsuchbare, lebendige Archive von Filmmaterialien zu verwandeln. So finden TV-Produzenten schneller Archivmaterial zu aktuellen Nachrichtenbeiträgen. Und Dokumentarfilmern hilft dies beim schnellen Auffinden von Clips zu allen möglichen Themen, beispielsweise. „John McGuinness at the Isle of Man TT“, oder auch von B-Roll-Bildern zu bestimmten Personen, Orten oder Ereignissen. Wie beeindruckend diese Art von semantischem Content bei Fotografien funktioniert, kennen wir schon von Google Photo, wo man derartige durchsuchbare Content-Bibliotheken erstellen kann. In einer Produktionsumgebung würden sich dadurch ganz neue Möglichkeiten eröffnen.

Zweitens können Medienunternehmen dann die Daten, die Kunden selbst zur Verfügung stellen, für eine detailliertere Einschätzung der Kunden-Response und des Interesses an ihrem Angebot nutzen. Dazu gehören Daten wie individuelle Sehgewohnheiten, Interesse an bestimmten Inhalten, Online-Bewertungen, Social Sharing und vieles mehr. So können auch die Risiken bei der Produktion von zukünftigen Inhalten zumindest in einem gewissen Maß reduziert werden. Nehmen wir auch hier Spotify als Beispiel. Dort stellt man mithilfe von Big-Data-Analysen eine „Discover Weekly“-Playlist für jeden Nutzer zusammen, auf Basis des persönlichen Musikgeschmacks, der Präferenzen und der ausgeführten Suchvorgänge. Auch Iron Maiden ist ein gutes Beispiel, denn die Band hat damit begonnen, dort zu touren, wo das Interesse an Iron Maiden – ob legal oder illegal – besonders groß ist.

Immer mehr Unternehmen möchten mithilfe von digitalen Inhalten Themen wie Marketing, Schulung, Archivierung, Bewahrung und Öffentlichkeitsarbeit adressieren. Das gilt längst nicht mehr nur für Unternehmen aus der klassischen Medienbranche. Daraus ergibt sich ein wachsender Bedarf in Richtung Erstellung und Management der Produktion von digitalem Content. Und da die Tools für die Medienerstellung, beispielsweise für die Bearbeitung und Verwaltung digitaler Inhalte, heute deutlich erschwinglicher sind, spielen Daten eine immer wichtigere Rolle bei der Transformation von Medienunternehmen, die vom maximalen Nutzen ihres Content profitieren möchten.

Kennen Sie Beispiele dazu? Erzielen Medienunternehmen einen höheren Nutzen durch Daten beziehungsweise Big Data, oder wie gehen diese Unternehmen mit Daten um?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!